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INSITE 2020

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Das Magazin des Hotels Bayerischer Hof 2020.

HOTEL STORIES Die Palais

HOTEL STORIES Die Palais Stube: Farbenfrohe Wände in Tempera-Technik, Kunstwerke von Tsuyoshi Maekawa und Yuko Nasaka Geschichte und Moderne, Tradition und zeitgenössische Kunst – Interior Designer Axel Vervoordt verbindet dies gekonnt. Das Bild stammt von Tsuyoshi Maekawa G rüss Gott, so sagt man halt in Bayern, immer schon und überall. Kann ja keiner was dafür, wenn er lieber Guten Tag sagt, ist halt nicht von hier – wofür er aber auch nichts kann. Wer jetzt aber glaubt, dass damit gemeint sei, man solle unseren Herrgott grüßen, liegt falsch. Vielmehr ist mit dieser bajuwarischsten aller Grußformeln gemeint, dass dieser einen grüßt, Gott möge also mit einem sein. Ein schöner Gruß somit, fast so etwas wie ein Segen. Den brauchen die einen mehr, die anderen weniger. Denn schließlich ist ja Gott mit den Tüchtigen, Fleiß und Streben nach Höherem wird in der Regel belohnt. Man muss sich also keine Sorgen machen, wenn man mit Herz und Verstand Großartiges leistet oder wie in dem folgenden Fall, das Alte bewahrt und es mit Liebe und Feingefühl in die Zukunft führt. Seit Oktober 2019 kann man diesbezüglich ein Phänomen erleben, das in München in dieser Art wohl einzigartig sein dürfte. Betritt man den wiedereröffneten Palais Keller in den Katakomben des Palais Montgelas, hört man, fühlt man, wie auch ein Raum, in diesem Fall ein ganzes Ensemble, Grüß Gott sagt. A NEW PALAIS KELLER “Grüss Gott“ is a scarcity in Bavaria. This saying commonly used to greet someone and means that God should be with you on all your ways and bless you whatever you are doing or planing. Since October 2019 the reopened Palais Keller in the catacombs of the Palais Montgelas has been embracing its guests, seeming to whisper “welcome, at your service“. Falk Volkhardt had plans for the Palais Montgelas when he purchased it in 1969 to complement the family wine business, prospering since 1903, with a genteel connoisseurs' haven. Instead he established the Palais Keller, offsetting the Bayerischer Hof's glamour with a down-to-earth Bavarian tavern where frothy brews were quaffed by students, politicians, drifters and globetrotters. Pretzels and rolls to go with the beer and Bavarian Seit seiner Eröffnung im Jahre 1972 ist dieser Ort eine gelebte Institution im Münchner Leben. Als Falk Volkhardt das Palais Montgelas 1969 als Erweiterung zu seinem Hotel Bayerischer Hof erwarb, hatte er sich bereits Gedanken über die Zukunft der weitläufigen Keller dieses Anwesens gemacht. Eigentlich plante der Hotelbesitzer, den seine Weggefährten gerne als Impresario der deutschen Hotellerie bezeichneten, hier eine gemütliche Weinstube zu etablieren. Quasi als Ergänzung zu seiner florierenden Weinhandlung, die die Familie Volkhardt bereits seit 1903 betrieb. Man sagt zwar so schön: Da hat er die Rechnung wohl ohne den Wirt gemacht, aber in diesem Falle waren es die Gäste, die nicht so wollten wie er. Denn die Münchner sind traditionell Biertrinker, Wein ließ sich damals nicht so gut verkaufen. Nicht weiter verwunderlich in der heimlichen Hauptstadt des Bieres, genauso wenig, wie schnell Falk Volkhardt reagierte und stattdessen eine urgemütliche bayerische Wirtschaft ins Leben rief, den Palais Keller. So weltgewandt das Hotel Bayerischer Hof auch damals schon gewesen sein mag, im Gegensatz dazu war dieser Ort von Beginn an bodenständig und geradlinig. Ob Student oder Ministerpräsident, ob Münchner Flaneur oder international angehimmelter Schauspieler, der Palais Keller, so seine Idee, sollte gelebtes München sein – für jedermann, ganz egal, 68 INSITE 2020 2020 INSITE 69

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