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INSITE 2020

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Das Magazin des Hotels Bayerischer Hof 2020.

INTERVIEW Was muss man

INTERVIEW Was muss man denn mitbringen, wenn man Millionen von Euro in die Hand nimmt, um Filme oder Serien zu produzieren? Gehört dazu nicht vor allem sehr viel Mut? Mut gehört auf jeden Fall dazu. Man muss Dinge wagen, Menschen vertrauen und auch an sich selbst glauben! Aber immer basierend auf einer ausreichenden Expertise. Das hat also mit Leichtsinn absolut nichts zu tun. Das Herzstück von jedem Projekt ist die Ideenfindung. Mal gehe ich dabei selbst sehr in die Details, mal nicht. Wir haben ein großartiges Team. Und auch wenn ich bei uns die kreative Entwicklung verantworte, so habe ich als Geschäftsführer und Manager natürlich auch andere Aufgaben. Diese Kombination aus Kreativität und Business finde ich sehr, sehr reizvoll. Und wie entscheiden Sie sich dann für ein Projekt? Nach genauer Analyse – oder aus einem Bauchgefühl heraus? Eine genaue Analyse und Chanceneinschätzung ist sehr wichtig. Und da hilft Erfahrung. Aber am Ende ist dann doch entscheidend, dass man diese Quäntchen Bauchgefühl hat. Denn die Filmbranche ist I was his personal assistant when he directed his last fim, “The Great Bagarozy“. That was inspirational. But now I have to find my own way. InSite: Which you found with your very first movie, “The Lives of Others“. Did that establish you as a whizkid to be taken seriously? QB: We'd already shot some films at Munich's Film Academy, but that film rocketed us to everyone's attention, not least thanks to director Florian Henckel von Donnersmarck, who's a creative genius. InSite: Did that open the door to Hollywood for you? QB: I enjoy the L.A. scene, but to make it there you need to be on the spot, and we wanted to succeed back home first. Our head office is still in Munich but I now live in Berlin with my family. Though I pay frequent visits to Munich. InSite: Does it require pluck when handling millions of euros eben keine Branche, die am Reißbrett funktioniert. Da kommt es immer auch auf die Menschen an, mit denen man das Projekt durchführt. Und dieser kreative Faktor ist nie bis zur letzten Kommastelle planbar. Aber gerade das ist ja das Spannende daran. Unser Film-Konsumverhalten hat sich in den letzten Jahren sehr verändert. Können Sie einschätzen, wohin die Reise gehen wird? Die Kinolandschaft hat sich tatsächlich sehr verändert, und zwar durch die Vehemenz, mit der Streaming nun den Markt erobert. Da finden viele Filme eben nicht mehr den Weg ins Kino. Und viele Zuschauer finden vieles, was sie sich wünschen, mittlerweile online. Trotzdem glauben wir als Firma sehr stark an das Kino. Ich bin ein großer Fan und Verfechter des Kinos und bin auch überzeugt davon, dass sich Kino als Unterhaltungsform und Kunstform nicht nur lange halten, sondern grundsätzlich Bestand haben wird. Das Erlebnis, das wir alle haben können, wenn wir den richtigen Film mit den richtigen Menschen zusammen im Kinosaal anschauen, ist unersetzbar. In Deutschland waren Sie ja Vorreiter in Punkto Streaming … … ja, wir waren die Ersten, die für Netflix eine Streaming-Serie gemacht haben, nämlich Dark. Mit 4 Blocks ist uns glücklicherweise ebenfalls ein sehr erfolgreicher Aufschlag gelungen und auch mit Der Pass für Sky. Wir haben in diesem Bereich früh großes Potential gesehen. Und das wird sich auch in Zukunft weiter stark entwickeln. Wir erleben gerade eine sehr spannende Ära. Der Verleger Hubert Burda wurde in einer Laudatio bei der letzten Bambi-Verleihung mit dem Satz zitiert: „Ändert sich die Kommunikation, ändert sich die Gesellschaft.“ Stimmen Sie dem zu? Unsere Gesellschaft hat sich radikal verändert. Vor allem auch die Art und Weise, wie wir durch die sozialen Medien miteinander kommunizieren. Durch die Digitalisierung, die ständige Verfügbarkeit von Inhalten, von Nachrichten, von Informationen, hat unser Leben eine ganz andere Taktung bekommen. Dadurch ändern sich sicher auch die Grundfeste unserer Gesellschaft – und wie wir arbeiten, wie wir unsere Freizeit verbringen, wie wir unsere Kinder erziehen. Da können die sozialen Medien durchaus eine sinnvolle Rolle spielen. Allerdings nur in Maßen und mit einem differenzierten Blick darauf. Ich nutze diese Medien und ihre Power natürlich als Produzent, aber persönlich bin ich weder bei Facebook noch bei Instagram. to fund a project? QB: You need to be bold, take risks, trust others and believe in yourself. I don't have a foolhardy approach. Each idea is weighed up according to its merits. We have a great team. I'm responsible for creative developments but also run the business side of things. InSite: Do you decide on a project by analysis or gut feeling? QB: Determining the potential is paramount. That's where experience helps. But a quantum of gut feeling is needed too. Films aren't developed on a drawing board. The people working on a project aren't quantifiable – which makes for suspense. InSite: The mode of film consumption has changed in recent years. Can you forecast what lies ahead on that score? QB: Due to the market surge of streaming many film buffs no longer go to the cinema because what they're after is available on the internet. But our company has faith in the future of the cinema. I'm one of its most staunch supporters because nothing beats watching the right film with the right people in a cinema. InSite: You were one of the pioneers of streaming … QB: Indeed, we were Bei der Golden Globe Gala 2019 in Hollywood (v.l.n.r.): Regisseur Florian Henckel von Donnersmarck mit seiner Frau Christiane, Hauptdarsteller Tom Schilling, Produzent Quirin Berg und Schauspieler Sebastian Koch FOTOS GETTY IMAGES, WARNER / FRÉDÉRIC BATIER Wir befinden uns am Anfang einer neuen Dekade. Was waren für Sie die Höhepunkte des zurückliegenden Jahrzehnts? Und welche Erwartungen haben Sie im Ausblick auf das nächste? Ein großes Geschenk ist definitiv, dass Max und ich als Duo unterwegs sind. Wir sind seit über 30 Jahren Freunde und ergänzen uns beruflich perfekt. Es gab in den letzten Jahren viele Höhepunkte, mal Preise, mal große Zuschauererfolge. Aber am schönsten ist immer der Moment, in dem man selbst das erste Mal merkt, dass ein Projekt funktionieren wird. Die Idee, die Konstellation mit einem Regisseur, das Ergebnis. Und nach Vorne geschaut – wir sind jetzt auch als Unternehmer nochmal einen Schritt weitergegangen. Ich freue mich sehr, dass jetzt eine neue Ära begonnen hat, die wir als Firma sehr zentral mitgestalten können. Auch deshalb haben wir gemeinsam mit Fred Kogel und KKR unser Studio Leonine aus der Taufe gehoben. Vor uns liegen also erneut spannende Jahre und große neue Herausforderungen. Und was das Persönliche angeht: Dieses Jahr bin ich Vater geworden, was natürlich das schönste Ereignis überhaupt ist. Da kann nichts anderes mithalten. Hat die Geburt Ihres Sohnes Sie sehr verändert? Ich freue mich natürlich auch darauf, Dinge zu the first to produce a streaming series, namely “Dark“, for Netflix. “4 Blocks“ and “The Pass“ for Sky were also instant hits. InSite: To quote publisher Hubert Burda, a change in communication changes society. Do you agree? QB: There's a new beat to our lives due to the social media. The way we bring up our children, spend our leisure time etcetera. So change, to a degree. I use power from the media as a producer, but privately I'm neither on Facebook nor Instagram. InSite: Your Brownie points during the past decade? QB: That thirty years on Max and I still combine friendship and business together. Gathering that a joint project has come to fruition. And the prospect of benefits ahead, having launched our Studio “Leonine“ with Fred Kogel and “KKR“. Best of all though: 2019 made me a father. InSite: Has the birth of your son changed you? QB: Thinking long-term, maybe he'll be able to continue things I've achieved. Quirin Berg mit Filmstar Elyas M'Barek am Set von Simon Verhoevens neuem Film „Nightlife“, der ab dem 13. Februar im Kino läuft verwirklichen, die mein Sohn dann irgendwann auch sehen wird. Und mit denen er hoffentlich etwas anfangen kann. Ich habe immer schon in langen Zeiträumen gedacht und in der Hoffnung agiert, dass die Dinge, die wir machen, Bestand haben und bleiben werden. Und das wird noch wichtiger, wenn man an die nächste Generation denkt. Man lebt dadurch vielleicht noch bewusster. Ihre Liebe zum Film haben Sie sicher schon sehr früh entdeckt. Welche waren Ihre Lieblingsfilme? Ich bin in den 1980er Jahren aufgewachsen und das war die Zeit von Indiana Jones, Zurück in die Zukunft und Terminator. Verraten Sie uns zum Schluss noch Ihre Lebensphilosophie in zwei Sätzen? Wie gesagt: Ich habe das große Glück, morgens aufzustehen und mit großer Freude in den Tag zu gehen – und das zu machen, was ich machen will. Die Dinge positiv sehen und auch die Chancen im Leben sehen. 36 INSITE 2020 2020 INSITE 37

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