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INSITE 2020

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Das Magazin des Hotels Bayerischer Hof 2020.

POINT OF VIEW MEIN

POINT OF VIEW MEIN MÜNCHEN Joseph Vilsmaier hört nicht umsonst auf den aussagekräftigen Spitznamen „Der Bayern-Versteher“. Heute, mit 80 Jahren, erklärt der Regisseur seine Heimatstadt und warum er ihr ein Leben lang treu geblieben ist DER BMW WELT JAZZ AWARD. SECHS HERAUSRAGENDE KONZERTE, EIN SPANNENDES FINALE. 14. JANUAR – 9. MAI 2020. bmw-welt.com/jazzaward Für mich war München immer schon die schönste aller Städte und obwohl sich hier vieles verändert hat, ist sie dies immer noch. Meine ersten Erinnerungen gelten den vielen Spaziergängen mit meinem Urgroßvater hinüber zum Tierpark Hellabrunn – er mit seiner langen Pfeife, ich mit einer Holz-Ente an der Leine. Das war während der Kriegsjahre, die ganze Familie hatte bei meiner Tante am Pullacher Platz in Thalkirchen Unterschlupf gefunden – zwei Zimmer mit Bad und einem Wamsler-Holzofen in der großen Wohnküche, um den sich im Winter alle versammelten. Dort stand auch ein Volksempfänger, ich lauschte fasziniert dem immer wiederkehrenden Kuckuck- Kuckuck, ohne von dessen düsteren Bedeutung zu wissen: Die Kuckucks-Zeichen wurden als Warnung vor einem Bomben-Angriff gesendet. Wir alle mussten dann in die Bunker, auf dem Weg dorthin glaubte ich, Christbäume am Himmel sehen, blieb begeistert stehen und nur mit Gewalt konnten mich Mutter oder Tante in die Sicherheit zerren – denn leider waren es die Leuchtfeuer der angreifenden Flugzeuge. Viel von den Erlebnissen der Kriegsund Nachkriegszeit habe ich später in Auf dem Gelände der Bavaria Filmstudios trägt eine Straße seinen Namen, seine Heimatstadt ehrte ihn mit der Medaille „München leuchtet” meinen Filmen verarbeitet. Beispielsweise in Stalingrad, drei meiner Onkel kamen dort ums Leben. In der Heimat ging es mir aber gut, meine Freunde und ich kannten es nicht anders. Es fehlte an nichts, bis ich später in ein Internat bei Augsburg musste, dort erlebte ich zum ersten Mal, was Heimweh wirklich bedeutet. Zweimal riss ich aus, zweimal wurde ich zurückgeschickt – das war hart. Irgendwann verlor sich das Heimweh, nach der Schule kehrte ich dennoch sofort nach München zurück. In den Jahren darauf habe ich dann doch noch viel von der Welt gesehen, unter anderem ging es 1965 mit dem Greyhound und zweimotorigen Propellermaschinen quer durch Amerika. Aber wo ich auch war, nie hatte ich das Bedürfnis, zu bleiben. In München absolvierte ich eine Lehre als Filmtechniker bei ARRI, studierte Musik am Konservatorium, spielte in einer Jazzband, verdiente gut als Taxifahrer und wurde schließlich Kameramann bei der Bavaria. Ich weiß noch, wie ich das erste Mal von der Schellingstraße, wo ich damals wohnte, hinausfuhr nach Geiselgasteig zum Filmgelände, da fühlte ich mich wie der Kaiser von München. Im Hier und Heute bin ich gern in der Menterschwaige, am Hochufer der Isar, oder in der Harlachinger Einkehr. Oder im Hotel Bayerischer Hof – ich habe großen Respekt vor seiner Eigentümerin Innegrit Volkhardt. Welch eine Leistung, dieses wunderbare Hotel-Imperium stets auf dem neuesten Stand zu halten. Filmen ist nach wie vor mein Leben. Das neueste Werk ist sozusagen der Nachfolger vom Brandner Kaspar, den ich 2008 gedreht habe und heißt: Der Boandlkramer und die ewige Liebe. Bully Herbig hatte die Idee und spielt natürlich auch die Hauptrolle. Es geht dabei um den Boandlkramer, also den Tod, der auf die Erde kommt, um sich den neunjährigen Seppi zu holen. Was er aber nicht übers Herz bringt, weil er sich in dessen Mutter (Hannah Herzsprung) verliebt hat. Hape Kerkeling gibt einen sehr eleganten Teufel. Premiere ist im Herbst 2020 – natürlich in München. Anders geht es ja gar nicht. AN INSIDER'S MUNICH Film-maker Joseph Vilsmaier has a reputation for explaining the Bavarian psyche. Now aged 80, he also knows what makes his home city Munich tick. My first memories take me back to the war years, going for long walks to the Hellabrunn zoo with my great-grandfather. Him sucking the long stem of his pipe and me with my wooden duck on a lead. All of our family had taken refuge in the Thalkirchen district where my aunt lived on the Pullacher Platz. In the winter we all gathered round the wood-burning stove in the large living room. I was too young to know that the regular call of a “cuckoo“ on the radio meant that bombers were approaching. My mother or aunt would have to force me down into the airraid shelter because I was spellbound by the planes' searchlights high up in the sky which I mistook for Christmas trees. Later I wove my wartime experiences into my films. For instance “Stalingrad“ where I lost three uncles. Back home my classmates and I lacked nothing at all. At boarding school in Augsburg I felt homesick, ran away twice and had to be fetched back. In the mid-Sixties I globe-trotted for a while, but finally back in Munich I was an apprentice film technician, studied music, played in a jazz band and earned good money as a cab driver. Then ARRI hired me as a cameraman. I felt like the “kaiser“ of Munich. Nowadays I enjoy the Menterschwaige beer garden high above the river Isar and the Hotel Bayerischer Hof whose owner Innegrit Volkhardt shows true grit by keeping her empire afloat. My latest film is “The Boandlkramer and the neverending love“, alias Death personified in the title's broad Bavarian dialect. The latter has come to fetch nine-year old Seppi but refrains from doing so because he has fallen in love with the boy's mother. The première is in fall 2020. In Munich of course. FOTO AGENTUR SABINE BRAUER Freude am Fahren 10 INSITE 2020

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