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Hotel Bayerischer Hof Magazin 2019.

TRAVEL TRAVEL Das Hotel

TRAVEL TRAVEL Das Hotel Palácio Tangará ist weit mehr als eine Oase inmitten der Millionenstadt Sao Paulo die Nobilità des Hotels dem bekennenden Womanizer Francisco Pignatari nicht gerecht geworden wäre. Doch die 141 Zimmer und Suiten hätten zumindest seiner Angebeteten gefallen. Denn hier steht das wichtigste im Mittelpunkt: die Aussicht. Zwar entbehrt das Interieur keiner Feinheiten (Liebhaber klassischer Vintage-Möbel dürfen sich freuen), das Bett jedoch offenbart einen Blick auf den Garten und die dahinter aufragenden Wolkenkratzer der ruhelosen 22-Millionen-Metropole. Der Palácio Tangará ist übrigens ein Neubau. Denn der geschiedenen Ehe von Baby und Senhora de Lima fielen auch die Originalpläne von Niemeyer zum Opfer. Der Rohbau wurde von der Natur zurückerobert – bis in die späten 1990er-Jahre. Erst im Zuge des Neubaus und durch die spätere Übernahme des Palastes durch die Oetker Collection wurde der Palácio Tangará Wirklichkeit. Diskrete Eleganz Dass die Oetker Collection bei der Innenausstattung nicht zum Sparen neigt, ist bekannt. Immerhin gab die deutsche Hotelgruppe schon weltbekannten Häusern wie dem Hotel Le Bristol in Paris oder dem ets. There is plenty of vintage furniture in the 141 rooms and suites, and a magnificent ballroom which São Paulo’s top people frequent. But would Pignatari approve of today’s modern hotel, affording views of a metropolis with 22 million inhabitants? By the time of his divorce from Nelita only the shell of the building had been completed and was soon reclaimed by nature. Today’s handsome pile dates from the late nineties. The lavishly styled interior is akin to the German Oetker Collection’s other hotels such as Le Bristol in Paris. A highlight are Amazon rainforest photos by Brazilian sculptor Laura Vinci, and her installation “Papéis Avulsos”. Her image of swirling golden leaves in the lobby paraphrases indestructible Burle Marx Park. The Lanesborough in London einen üppigen Anstrich. So zieren die weitläufigen Räume des Palácio Tangará atemberaubende Fotografien des Amazonas. Vielleicht das aufregendste Kunstwerk: die Installation Papéis Avulsos der brasilianischen Bildhauerin Laura Vinci, die vor Jahren mit einer viel beachteten Einzelausstellung in Miami den internationalen Durchbruch erlebte. Sie paraphrasierte die Natur des Burle Marx Parks mit goldenen Blättern, die, wie vom Wind aufgewirbelt, scheinbar frei durch die Lobby schweben. Die Kombination des Interieurs mit dem blassen Grau, Blau und Gelb der Wände produziert eine diskrete Eleganz, die vermutlich auch Nelita Alves de Lima gefallen hätte. Von ihr sagt man, sie sei eine exquisite Forró-Tänzerin gewesen – eine sinnliche Version des Sambas. Doch die Beziehung mit Baby retteten ihre feinen Tanzkünste nicht, erst heute zeugt ein Ballsaal mit vergangenheitsverliebtem Ambiente von der brasilianischen Liebe zum Tanz. Und wird damit zum neuen Mittelpunkt von São Paulos feiner Gesellschaft. So bleiben beide – Baby und seine Senhora de Lima – in Erinnerung. Waren sie doch Brasiliens schillerndstes Paar der 1950er. F rancisco Pignatari, trotz seiner 41 Jahre von allen seinen Freunden Baby genannt, liebt die Frauen, und die Frauen lieben ihn“, schrieb der Spiegel vor 60 Jahren, „Er ist reich, und extravagant – seinen letzten Cadillac demolierte er bei dem Versuch, durch die Drehtür einer Bar zu fahren.“ Ein maßloser Playboy offenbar, aber auch einer mit Schöpfer-Gen. Um seiner Geliebten Nelita Alves de Lima den Hof zu machen, engagierte Pignatari den brasilianischen Stararchitekten Oscar Niemeyer. In Morumbi, dem Viertel der Reichen und BABY ’S HEIRLOOM “Francisco Pignatari, aged 41 but known to his friends as ‘Baby’, loves women and they love him”, wrote “Der Spiegel” 60 years ago. “He is rich and flamboyant – he wrecked his latest Cadillac by trying to drive into a bar through a revolving door”. To impress Nelita Alves de Lima, whom he was courting at the time, he commissioned Brazilian star architect Oscar Niemeyer to design a palãcio in Morumbi, São Paulo’s leafy district. Landscape architect Roberto Burle Marx planned the all-encroaching greenery of its park. The love affair foundered, the building fell into disrepair and only the park thrived. Umpteen hotels claim to be urban oases, the Palácio Tangará, the Oetker Collection’s latest acquisition, does so justifiably. In the lobby with its grand piano there is usually a symphony to be heard during the cocktail hour, likewise in the Tangará restaurant adjoining the white marble interior’s pivotal swimming pool where New York celebrity chef Jean-Georges Vongerichten excels to the chirping of the park’s crick- Schönen in São Paulo, sollte er der Schönen einen Palácio errichten. Auch für den Park drum herum holte er nicht irgendwen, sondern den gesuchten Landschaftsarchitekten Roberto Burle Marx. Allein – es nutzte nichts. Die Liebe verging, das Haus verfiel. Nur der Park gedieh. Viele Hotels bezeichnen sich als städtische Oasen, der Palácio Tangará tut es mit Fug und Recht. Das jüngste Hotel der Oetker Collection, ein überraschend neoklassischer Prachtbau, umgibt ein fast unwirklich grünes Paradies. So dicht gewachsen, dass dem verziehen sei, der hier die Hektik von São Paulo mit seinem Nachtleben, Straßenkunst und der dynamischen Restaurantszene vergisst. Egal, wo im Palácio man sich befindet: Dank der weitläufigen Terrassen, der bodentiefen Fenster und des offenen Grundrisses ist das Grün des Parks immer da. Noch mehr: Das ganze Gebäude fühlt sich an, als wolle es jeden Moment im Burle Marx Park versinken. Das wäre schade. Denn das Hotel strahlt eine Eleganz aus, ob in der Lobby mit seinem Grand Piano – zur Cocktailstunde lauscht man einer Symphonie mit Cello-Begleitung – oder in dem elegant geschnittenen Pool, der dem weißen Marmor der Palastmauern eine Mitte gibt. Dort speist man im Pool-Restaurant (das wie das Hauptrestaurant Tangará unter der Regie des New Yorker Celebrity-Kochs Jean-Georges Vongerichten steht) ein Ceviche vom Weißfisch an leichter Kokosnussmilch und lauscht dem Konzert der Grillen im Park. Mehr Natur in der Stadt ist kaum möglich. Mehr Luxus auch nicht. Gut möglich, dass FOTOS PR FOTOS PR Überbordende Opulenz, Luxus auf höchstem Niveau, Genuss pur für den wahren Genießer – dieses Haus der Oetker Collection sorgt in allen Belangen für eine Zeit, die man so schnell wohl nicht vergessen dürfte. Wahrlich einmalig: der wundervolle Park, in dem es gelegen ist 36 INSITE 2019

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