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INSITE 2019

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Hotel Bayerischer Hof Magazin 2019.

POINT OF VIEW MEIN

POINT OF VIEW MEIN MÜNCHEN Bunt, bunter, BUNTE. Sie gab unserer Gesellschaft ein Gesicht; von München aus, rund um die Welt und zurück. Alles gesehen, alles gehört, (fast) alles geschrieben und noch mehr gewußt. Vieles und viele kamen oder gingen – eines aber ist geblieben: München. Tief im Herzen – Heimat halt VON PATRICIA RIEKEL dass Du nicht hier bist“, sagt der Freund am Telefon. Das höre ich „Schade, oft von Münchnern, die in die Hauptstadt gezogen sind. In höchsten Tönen schwärmen sie von Berlin, der Stadt, die niemals schläft. Rund um die Uhr könne man feiern, shoppen, die ganze Welt treffen. Man lebe eben jetzt in einer richtigen Großstadt. Und dann kommt meist noch ein Spruch: „Ach, München, wie geht’s Euch da so?“ Etwas herablassend soll das klingen, aber ach, da schwingt häufig so viel Sehnsucht mit. Es gibt ein Heimweh der besonderen Art: Münchenweh! Das befällt alle Weggezogenen über kurz oder lang. Als Journalistin bin ich viel gereist, habe die Welt gesehen, aber ich schwöre: Nie wollte ich woanders leben als hier, in meinem heißgeliebten München. Wo sonst gibt es Föhn-Tage, an denen sich der Himmel im maximalen Blau über die Stadt spannt? Ein Gefühl von Leichtsinn liegt in der Luft, ganz München ist im Ausnahmezustand, wirkt wie beschwipst. Ich trinke kein Bier, liebe aber Biergärten. Für einen Sommerabend unter Kastanien im Augustiner, wo man mit Freunden und Fremden philosophiert, verzichte ich auf jeden Ibiza-Urlaub. München ist ein Kaleidoskop, das bei jedem Schütteln neue Bilder erzeugt. Alle schwärmen vom Viktualienmarkt, ich kaufe wie die meisten Schwabinger Salate und Blumen am Elisabethmarkt. In „Home is where the heart is“ meinen wilden Ausgeh-Jahren habe ich mich dort jeden Samstag nach den Einkäufen mit Freunden beim Italiener verabredet. Wie oft haben wir Zeit und Raum vergessen, und fanden uns spätabends, noch immer mit den Tüten bewaffnet, in einer Kneipe wieder. Den Italiener gibt es nicht mehr, die in die Jahre gekommenen Standl sollen renoviert werden. Aber keine Sorge, die Szene hat sich rund um den Markt neue Locations erobert. Im Backerl sitzen Journalisten, Schriftsteller und Schauspieler zwischen Hausfrauen und Stammgästen. Hartnäckig hält sich das Gerücht, nach der Wende wären die meisten Kreativen nach Berlin gezogen. Wenn ich die Türkenstraße entlangbummle, wo im Dunstkreis der Kunstakademie die Künstler in den Kneipen wie eh und je Hof halten, spüre ich, dass der Mythos von Schwabing noch immer lebendig ist. Und auch wenn sich auf der Leopoldstraße gesichtslose Gastro- und Modeketten wie Fleckfieber ausbreiten, bleibt diese Lebensader mein Boulevard der Sehnsucht. Noch immer gibt es die Straßencafés, an denen die hübschesten Mädchen vorbeiflanieren, in der Hoffnung entdeckt zu werden. Für was auch immer. Münchenweh überfällt einen auch unvermittelt, wenn man hier lebt, weil die Stadt von schmerzhafter Schönheit ist. Einer meiner Lieblingsplätze: der Monopteros im Englischen Garten. Über Wiesen erhebt sich die Silhouette der City mit Kuppeln und Türmen. Das ist München. Du stehst mitten in der Natur, vor Dir weiden Schafe, und Du bist in zehn Minuten mitten im Geschehen am Marienplatz. In München ist man sofort zuhause. Das macht dieses spezielle Lebensgefühl, diese Mischung aus italienischer Leichtigkeit und bayerischer Gemütlichkeit. Bei aller bierseligen Wurstigkeit: In München wird nicht nur gelebt, sondern auch gut Geld verdient. Das sieht man an den Luxusgeschäften, die sich wie ein rotes Band vom Promenadeplatz bis zur Maximilianstraße entlangziehen. In München musst Du Dich nicht schämen, wenn Du schick und exklusiv angezogen bist. Umsonst ist der Blick auf das Maximilianeum, das in der Abendsonne rotgolden wie eine Fata Morgana über der Stadt schwebt. Im Himmel kann es nicht schöner sein. MY MUNICH “A pity you’re not here”, says the friend globetrotter I’ve never wanted to live any- would see me and my friends buying vege- the cafés in the Türkenstrasse, my person- phoning me from Berlin. Something I often where else than in my beloved Munich. tables and flowers at the Elisabethmarkt, al “boulevard of desire”, to savour the on- hear from colleagues or friends who have moved from Munich to the German capital. They go on to extol the advantages of living in a “real metropolis”: political and showbiz clebrities, 24-hour shopping, endless partying. Their “how are you lot faring in Munich?” sounds patronising but it’s also wistful. Homesick for Munich? As a Where else do you get the föhn breeze from the Alps turning the sky a flawless shade of blue and making us feel light-headed and almost inebriated. I don’t drink beer but I rate a balmy evening in a beer garden like the Augustiner as highly as a holiday in Ibiza. A Saturday during my carefree years in the Schwabing district gossiping at the square’s Italian restaurant and ending up, still with our bags full of shopping, late evening in a local tavern. “Our Italian” has gone, but now the Backerl is the place to be seen. After the fall of the Iron Curtain Munich’s In Crowd moved to Berlin? An ill-founded rumour. Munich remains a unique kaleidoscope. Stroll past going “fräulein wunder”. From the Monopteros, a hillock in the Englischer Garten, watch sheep grazing – only ten minutes’ walk from the Baroque heart of the city. There, in the welter of upmarket stores between Maximilianstrasse and the Promenadeplatz, even the affluent capital’s sunsets are golden. FOTO HUBERT BURDA MEDIA / SABINE FINGER EXKLUSIVE PARFUMS AUS MÜNCHEN w w w. A c q u a D i B a v i e r a . c o m 10 INSITE 2019

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