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INSITE 2018

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JAZZ JAZZ LEGENDEN Man

JAZZ JAZZ LEGENDEN Man glaubt es kaum, wer sich hier schon alles blicken ließ. Über die Jahre gaben sich beim Jazzsommer des Hotels Bayerischer Hof Newcomer, aber auch Legenden ihres Fachs die Klinke in die Hand TEXT UND FOTOS RALF DOMBROWSKI Legenden sind Projektionsflächen der Erinnerung. Manchmal sind es die Erzählungen selbst, die Identität für einzelne, für Gruppen oder ganze Völker bilden. Zumeist aber sind es markante Persönlichkeiten, um die sich diese Geschichten ranken, und die im Laufe der historischen Distanz zu schillernden Gestalten der Verehrung werden. Der Jazz brauchte diese Legenden von Anfang an. In den frühen Jahren war seine Entwicklung besonders eng mit einzelnen Sonderlingen verknüpft, die mit Mut und Eigenheiten aus der Reihe JAZZ LEGENDS Legends are the memory’s projection screens. Sometimes the narrative itself provides the identity for individuals, groups or whole nations. But as a rule the outstanding personalities steeped in such stories turn into dazzling figures to be venerated. Jazz needed these legends from the outstart. Initially eccentrics changed the way their music was received. Louis Armstrong, a pistol-packing teenager, landed in a borstal where the gift of a cornet triggered his genius. Art Tatum tanzten und auf diese Weise die Musik und ihre Wahrnehmung veränderten: Louis Armstrong zum Beispiel, der als Teenager mit einer Pistole in die Luft ballerte, dadurch in einer Besserungsanstalt landete, wo man ihm ein Kornett in die Hand drückte und damit sein Genie so entfesselte. Art Tatum, dessen Klavierspiel so atemberaubend war, dass selbst Meister des Stride-Pianos wie Fats Waller verstummten, wenn er den Raum betrat. Charlie Parker, dem der Drummer Jo Jones ein Becken vor die Füße warf, weil er so grottig spielte, und ihn damit zum Üben anspornte. Ornette Coleman, der mit einem verstimmten Plastiksaxofon in der Szene antrat, und daher von Anfang an ganz anders klang. Solche Figuren, deren Geschichten und Experimente haben den Jazz zu einer Kunstform gemacht, INSITE 2018

JAZZ die man mit kaum etwas vergleichen kann. Denn in ihm greifen Innovation und Originalität, spieltechnische Perfektion und Authentizität ineinander, im Idealfall vereint in einzelnen, nicht immer einfachen Musikern, die dieses Bündel der Impulse verkörpern. Es kann daher schon mal ein Risiko sein, solche Lichtgestalten des Geschäfts zu Festivals wie dem Jazzsommer zu laden. Friedrich Gulda zum Beispiel, Klaviergenie und Jazzaficionado, liebte es in seinen späten Jahren, sein Publikum auf die Probe zu stellen, was im Festsaal in eine Woge der Entrüstung mündete, als er statt Kunst eine Disco-Party präsentierte. Buddy Guy, Blues-Gitarrist mit herbem Rockeinschlag, drehte seinen Sound derart orkanartig auf, dass man played the piano so brilliantly that even Fats Waller was awestruck. Ornette who a new sound with his plastic out-of-tune saxophone. Blending such a motley assortment of unorthodox luminaries at festivals like the Jazzsommer has always been risky. Brilliant pianist and jazz aficionado Friedrich Gulda tormented his audiences by presenting disco parties instead of art. Blues and rock guitarist Barry Guy turned the sound up to hurricane volume. The breathtaking list of jazz stars hosted by hotel owner Innegrit Volkhardt includes Lester Bowie, Abbey Lincoln, Cassandra Wilson, Diana Krall, George Benson, Larry Coryell, Mike Stern, Marc Ribot, Arturo Sandoval and Gilberto Gil. Legendary Al Jarreau has given perhaps his best performances at the Jazzsommer. Last Spring the latter featured Bob Geldorf. The Hotel Bayerischer Hof remains at the cutting edge of contemporary jazz. damals noch auf dem Weg nach oben, auch Betty Carter, die Stimme der elegisch swingenden Moderne. Joe Zawinul, Fusion-Pionier und Sound-Genie, machte gleich mehrmals Station, Jim Hall bezauberte im Trio, der legendäre George Benson rockte den Festsaal, Michael Brecker begeisterte durch Eleganz und jazzende Noblesse, Larry Coryell durch die Lässigkeit seiner Linien. Manche Musiker wurden quasi zu Stammgästen, Gitarristen wie Mike Stern, John Scofield, Robben Ford, Arto Lindsay, Marc Ribot, so wie auch die Klangwelt Südamerikas und der Karibik, mit großartigen Künstler von Tito Puente und Arturo Sandoval, bis Gal Costa und Gilberto Gil, immer umfassend vertreten war. Denkt man zurück, haben einige Legenden wie etwa Al Jarreau im Hotel Bayerischer Hof ihre vielleicht schönsten Münchner Konzerte gespielt. Aber auch die Gegenwart hat herausragende Persönlichkeiten der Musik zu bieten. Im Frühjahr 2017 erst stellten der Klarinettist Michel Portal und der Gitarrist John McLaughlin ihre aktuellen Projekte vor. Und beim Jazzsommer standen unter anderem der Sänger Bob Geldof und der Trompeter Roy Hargrove auf dem Programm. Denn Tradition verpflichtet, wenn es um die Größen der improvisierenden Musik geht. Dem Hotel Bayerischer Hof ist es gelungen, über mehr als zwei Jahrzehnte hinweg, in der ersten Liga der Jazzadressen mitzumischen. Bislang ist auch keine Änderung dieses Kurses in Sicht. Angst um die Statik hätte bekommen können. Ginger Baker, Schlagzeug-Visionär mit einst locker sitzender Faust, mutierte wiederum vom bösen Buben zum Rhythmus-Rentner, der mehr rumpelte als polterte. Im Laufe der Jahre gab es beim Jazz im Hotel Bayerischer Hof so ziemlich alles, vom kleinen Skandal bis zu den stehenden Ovationen, und das wurde möglich, weil Hotelbesitzerin Innegrit Volkhardt keine Angst vor den Legenden hat, was auch immer für Gerüchte sie umwehen. Das Defilee der Legenden, die sich im Laufe eines Vierteljahrhunderts im Hotel Bayerischer Hof die Ehre gaben, ist beeindruckend. Man entdeckt unter den Namen sowohl die Berühmtheiten der ganz großen Säle, wie auch die Koryphäen für fortgeschrittene Hörer. Lester Bowie war dabei, Trompeter und Chef-Ironiker der Avantgarde. Abbey Lincoln konnte man erleben, die lakonisch eindringliche Sängerin, Cassandra Wilson und Diana Krall, heute Superstars, Bleibende Momente mit Larry Coryell, Divinity Roxx, Ginger Baker, Till Brönner & Arturo Sandoval, John McLaughlin und Al Jarreau 2017 INSITE 75

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