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HEALTH HEALTH SCHLAFLOS

HEALTH HEALTH SCHLAFLOS in München? Wissenschaftler sind sich schon lange einig, dass unser Schlaf ebenso wichtig ist wie die Fitness und eine gesunde Ernährung. Doch was tun, wenn man partout nicht zur Ruhe kommen will? TEXT ELKE REICHART FOTOS SONY PICTURES HOME ENTERTAINMENT, PRIVAT Till Roenneberg hat den Wecker aus seinem Leben verbannt. Nur noch vor wichtigen Morgenterminen wird der lästige Mahner aktiviert, ansonsten schläft der Professor aus – weil er das Privileg hat, Rücksicht auf sein natürliches Schlafbedürfnis nehmen zu können. Roenneberg ist Professor für Chronobiologie, eine zwischen Biologie und Medizin angesiedelte Disziplin an der Münchner Ludwig-Maximilians-Universität; als einer der wenigen Wissenschaftler weltweit nimmt sich der 63-jährige den Problemen der gestörten inneren Uhr an. Seine Arbeitszeit kann er flexibel gestalten, im Gegensatz zur Mehrheit der Bevölkerung: An Werktagen lassen sich vier Fünftel der Menschen in der Früh von einem Wecker aus dem Schlaf holen. „Über 80 Prozent haben nicht ausgeschlafen!“ rechnet der Schlaf-Forscher vor. „Wir entscheiden nämlich ohne Rücksicht auf unser individuelles Schlafbedürfnis über die Länge unserer Nachtruhe! Das kann ernste Folgen für Gesundheit und Wohlbefinden haben.“ Die innere Uhr ist ein angeborenes, fundamentales, biologisches System; bei den meisten Menschen tickt sie langsamer als es unser 24-Stunden-Tag eigentlich erfordert. Schuld an diesem sozialen Jetlag ist vor allem unser Lichtverhalten. „Als wir noch vorwiegend draußen gearbeitet haben und nachts kein elektrisches Licht anschalten konnten, war unsere Innenzeit mit der Außenzeit, mit den sozialen Zeitstrukturen im Einklang. Wir erwachten morgens von allein und schliefen abends früh genug ein, um unser Schlafsoll zu erfüllen. Heute leiden viele Erwachsene an Schlafmangel, weil der Tag immer weiter nach hinten verlängert wird.“ Helfen würde ein radikales Umdenken – wenn zum Beispiel die Arbeitszeiten auf allen Ebenen unserer Wirtschaft so flexibilisiert werden, dass die Menschen wieder in dem von der inneren Uhr vorgegebenen Zeitfenster schlafen könnten. Oder wenn die Schulen später beginnen würden. „Dann müssten die Menschen auch nicht die Hälfte ihrer arbeitsfreien Tage verschlafen, um das Defizit der Woche auszugleichen.“ Die Wissenschaft berücksichtigt daneben auch die verschiedenen Chronotypen der Menschen, die Früh- oder Nachttypen. „Es gibt extreme Frühtypen, die von 20 bis 4 Uhr, und extreme Spättypen, die von 4 bis 12 Uhr schlafen. Etwa 60 Prozent der Bundesbürger gehen jedoch zwischen 23.30 und 1.30 Uhr ins Bett und stehen – wenn man sie lässt – zwischen 7.30 und 9.30 Uhr wieder auf.“ Und klagen dann oft darüber, dass sie nach Mitternacht stundenlang wach gelegen hätten. „Stundenlang?“ Prof. Roenneberg ist skeptisch. „Dann stecken vielleicht medizinische oder psy chologische Probleme dahinter, die von einem Arzt analysiert werden sollten. Ansonsten wacht jeder von uns immer wieder auf, in jeder Nacht. Manchem mag das Wachliegen wie Stunden vorkommen, das ist es TIME IS FUNNY Till Roenneberg only sets his alarm clock if there’s an important appointment next morning. He lets his slumber run its natural course – a privilege he owes to his work at Munich’s University as professor of chronobiology. He is one of only a few scientists worldwide studying what causes our biological clock to malfunction. The 63-year-old is free to spread his workload over the day as he pleases, in contrast to four fifths of the human race whose sleep is curtailed by an alarm clock. “Over 80 % don’t get enough shuteye”, opines the sleep analyst. “We apportion the hours we sleep without taking into account our individual chronological patterns. That can be detrimental to our health and general wellbeing.” Our inner clock is a fundamental, biological system which ticks more slowly than our 24- hour day requires. This “social jetlag” is geared to the hours of daylight. “In the days when we worked mainly outdoors and couldn’t switch on electric light when it got dark, our inner time chimed with outer time. Every morning we woke up unaided and in the evening we fell asleep early enough to meet our natural needs. Nowadays people suffer from lack of sleep because their waking hours are extended nightwards.” More flexitime shifts at work and later starts for schools would align our periods of sleep with windows of opportunity dictated by our inner clock. Apart from early birds and nightbirds, 60 % of Germans would prefer to sleep from between 23.30 pm and 1.30 am to between 7.30 and 9.30 am. Insomnia often has psychological or medical reasons. “People think they’ve lain awake for hours on end but in fact all of us wake up several times each night. No point in panicking. Listening to music or reading helps us fall asleep”. Intermittent sleep patterns are archaic. This has been corroborated by research he has done in a remote Brazilian village without electricity for his “Human Sleep Project”. His conclusion: “With sufficient sleep and no alarm clocks, society would gain in equanimity and tolerance.” aber in der Regel nicht.“ Sein Rat: Lesen oder Musik hören, bis man wieder müde wird, statt panisch die Stunden bis zum Weckruf zu zählen. „Wer sagt denn, dass wir durchschlafen müssen?“ Wie ein natürlicher Schlaf genau aussieht, erforscht der Münchner Professor in einem länderübergreifenden Human Sleep Project. Regelmäßig fliegt er nach Brasilien und macht sich in einem zehnstündigen Marsch auf in ein Dorf an der argentinischen Grenze, in dem es keine Elektrizität gibt und das in jeder Hinsicht weit weg ist von der modernen Gesellschaft. „Dort schlafen die Menschen in der Nacht ein paar Stunden, sind wach, schlafen wieder ein paar Stunden. Wenn ich dann frage: ‚Habt ihr schlecht geschlafen? Ihr wart ja so oft auf in der Nacht?‘ – dann schauen sie mich verständnislos an. Weil sie es nicht anders kennen.“ Genauso viel Respekt vor dem Schlaf, fordert der Professor auch bei uns. Mindestens ebenso viel wie vor gesunder Ernährung oder Fitness. „Wer genügend Schlaf bekommt, hat eine andere Persönlichkeit – souveräner und toleranter. Ohne Wecker hätten wir eine bessere Gesellschaft.“ Schlafforscher Till Roenneberg hat den Wecker schon seit langem aus seinem Leben verbannt Care Package Aktive Hilfe bei Schlafproblemen? Lösungen bietet das Insitut ProSomno! Das schlafmedizinische Insitut ProSomno, unter der Leitung von Dr. Bernd Herberger, lädt regelmäßig zu kostenlosen Symposien und Vorträgen über dieses Thema in das Hotel Bayerischer Hof ein. Darüber hinaus können sich Patienten in der nahegelegenen Klinik, nur wenige Schritte vom Hotel entfernt, ambulant wie auch stationär behandeln lassen. Das Leistungsspektrum umfasst dabei interdisziplinäre Diagnostik, ambulante Thera pien, Schlaf-Coaching, spezielle Schlafsprechstunden und Anwendung neuester Ergebnisse aus der Schlafforschung. Weinstraße 4, Tel. 089/21665544, prosomno.de The somnia-research institute ProSomno directed by Dr. Bernd Herberger stages symposia and lectures in the Hotel Bayerischer Hof. The nearby clinic welcomes inpatients as well as outpatients. Treatment encompasses interdisciplinary diagnosis, outpatient therapy and slumber-coaching. Sleep-research results are given during surgery hours. INSITE 2017 2017 INSITE

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