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INTERVIEW Oft hört man

INTERVIEW Oft hört man den Satz: „Ich habe doch nichts zu verbergen!“ Ist das nicht eine sehr naive Einstellung in Bezug auf die allumfassende Bespitzelung? Aber natürlich! Es hat damit zu tun, dass junge Menschen zu diesen sogenannten Neuen Medien eine ganz andere Einstellung haben als wir älteren. Sie haben kein Problem, sich zum Beispiel auf Facebook der ganzen Welt zu offenbaren. Wir Älteren sind da meist vorsichtiger. Nicht, weil wir Schlimmes zu verbergen hätten, sondern weil bei uns das Private eben höher im Kurs steht. Wir haben in der westlichen Welt leider eine sehr breite Konsum-Kultur geschaffen, in der alles aufs Shoppen reduziert ist. (Lacht) Wenn die Kreditkarte glüht – bist du der König! Das Heiligste, das wir haben, nämlich unsere Seele und unsere persönliche Freiheit, geben wir sogar freiwillig preis. Da braucht uns niemand mehr einen geladenen Revolver an den Kopf zu halten. producer Moritz Borman, a former associate. He recommended Munich and the Bavaria studios here. You’re known for your controversial political films, did you feel you were under surveillance? Sure, “Born on the Fourth of July” etcetera. But I took being on secretservice radar in my stride. Now of course, for all of us, surveillance is more extreme. I often wonder how the myriads of data are evaluated. People often say they‘ve got nothing to hide. Is that too naive in view of all the blanket surveillance? Of course. The young generation‘s approach to the new media differs Wie schützen Sie sich vor so einer Vereinnahmung? from our own. We rate our privacy Ich ziehe mich zurück. Für mich ist es immens wich- more highly than they do. They‘ve tig, dass ich mit mir allein sein kann. Meine besten surrendered what we see as sacred, Einfälle kriege ich, wenn ich allein an meinem Schreibtisch sitze. our soul and personal freedom, to the cult of consumerism. How do you resist temptation on Oliver Stone schuf mit „Snowden“ einen Film, der Realität und Fiction beängstigend egalisiert Sie sind im vergangenen September 70 Jahre alt ge­ that score? worden. Wenn Sie auf Ihr Werk schauen, was liegt I retire into my shell. I have my best Ihnen da besonders am Herzen? Jeder Film, den ich gemacht habe, war ein, zwei, drei Jahre pure Leidenschaft. Es ist also schwer für mich, da einen auszuwählen. Das ist wie eine Liebesaffäre mit einer Frau. Ich bin auf gewisse Weise also ein Produkt meiner Filme. Auch derjenigen, die beim Publikum nicht so ankamen, wie zum Beispiel mein Alexander-Epos. Ich weiß, dass viele denken, mit meinen Filmen wollte ich provozieren. Aber dem ist überhaupt nicht so. Nehmen wir nur Wall Street – Geld schläft nicht: Da warf man mir vor, ich wäre soft. Viel lieber hätte man es wohl gesehen, wenn ich einem Wall-Street-Banker einen Pflock durchs Herz gerammt hätte. Oder mein Film über Nixon, den ich für einen meiner besten halte: Darin wird ein Mann, den ich persönlich überhaupt nicht mag, doch sehr fair porträtiert. In meinen Filmen suche ich immer nach Wahrheit. Oliver Stone als Gast beim Deutschen Filmball im Hotel Bayerischer Hof. Hier zusammen mit InSite- Kolumnistin Marie Waldburg und Schauspielerin Aylin Tezel ideas when I‘m alone at my desk. Last September you turned seventy. Looking back on your films, do you have a favourite? Each one has been like a love affair, pure passion lasting two or three years. In a way I‘m a product of my own films, even the less popular ones like my “Alexander” epic. I’m never out to provoke. People thought I was too soft in my Wall Street film. They expected me to drive a stake into some banker’s heart. And even Nixon, one of my least favourite guys, got fair treatment from me. I’m after the truth, pure and simple. Life’s lessons? Number one, all you need is love. I love my wife more dearly than ever after twenty years together. Your take on the future? No more wars, humankind progressing towards harmony and understanding – my favourite vision. Or else we descend into even more inhumanity and destruction. The latter sounds more realistic. I‘m not too sure. I still have faith in people‘s basic common sense. „In meinen Filmen suche ich immer nach Wahrheit“ Was ist denn Ihre größte Erkenntnis im Leben? All you need is love! Das ist die Quintessenz. Ich liebe meine Frau so sehr, wie ich noch nie zuvor eine Frau geliebt habe. Mittlerweile sind wir 20 Jahre verheiratet. Wenn Sie in die Zukunft schauen, was sehen Sie? Ich habe zwei Visionen: Die Menschen leben in Harmonie und Liebe. Es gibt keine Kriege mehr. Überall auf der Welt herrscht Frieden. Die Erde verändert sich sanft und positiv. Ich sehe Schönheit und Größe … Das ist meine Lieblingsvision. Dann sehe ich das Leben als einen großen Alptraum: Krieg. Unmenschlichkeit. Zerstörung. Letzteres klingt leider realistischer. Ich weiß nicht … Ich hoffe trotzdem, dass die Welt nicht schlimmer wird, als sie bereits ist. Ich glaube nämlich an den gesunden Menschenverstand. Das habe ich immer getan. FOTOS AGENTUR SABINE BRAUER, PR NEU Stammhaus München am Amiraplatz 1 80333 München www.renesim.com | service@renesim.com | + 49 89 1222 893-0 Gründer & Creative Director: Maximilian Hemmerle

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